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Buch: Führungsstark in alle Richtungen von Alexander Groth 3/3

360-Grad-Leadership für das mittlere Management

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Auch Ihr Vorgesetzter lässt sich führen – vorausgesetzt, Sie wissen, wie. Hier einige Ansatzpunkte:

Unmögliche Chefs: Wenn Ihr Chef Sie nervt, ist das zwar kein Einzelfall, aber dennoch unangenehm. Unangenehm kann aber auch diese Erkenntnis sein: Derjenige, der das Problem mit dem nervenden Chef hat, sind Sie, nicht er. Sie können ihn nicht ändern, aber Sie können Ihre Einstellung zu Ihrem Chef ändern. Denn Sie sind, ob Sie wollen oder nicht, Teil des Konfl ikts. Um den Zündstoff aus der Beziehung zu nehmen, können Sie damit beginnen, die Eigenschaften oder Fähigkeiten Ihres Vorgesetzten, die Sie wertschätzen, zu notieren, seine guten Seiten also. Überlegen Sie nun, was Sie konkret tun können, um die Arbeitsbeziehung zu verbessern. Wer weiterhin denkt „Mein Chef ist ein inkompetenter Idiot“, wird das Problem nicht lösen können.

„Auch wenn Ihr Vorgesetzter nicht Ihre Erwartungen an einen vorbildlichen Chef
erfüllt, sollten Sie die gegebene Rollenverteilung akzeptieren.“

Sich positiv verankern: Sie denken vielleicht, dass Ihre Vorgesetzten schon wüssten, welchen Job Sie täglich stemmen. Zahlreiche Beispiele belegen das Gegenteil – wie das des langjährigen Krisenreporters, der eines Tages vom Vorgesetzten gefragt wird, was denn eigentlich seine Aufgabe im Unternehmen sei. Damit Ihnen so etwas nicht passiert, sollten Sie Ihre Leistung und die Ihres Teams immer wieder kommunizieren. Und zwar elegant-positiv, nicht marktschreierisch. Denken und argumentieren Sie in der Sprache des Managements. Bei der Vorstellung eines neuen Projekts sollten Sie folgende Fragen beantworten: Was bringt es? Wie schnell geht es? Wie sicher ist es? Vermitteln Sie Ergebnisse oder Einsparungen, nicht Kosten oder Aufwand. Erzählen Sie Ihrem Vorgesetzten von gelösten Problemen. Werfen Sie ihm nicht Probleme vor die Füße und erwarten, dass er sie löst. Wenn Sie im Kollegen-
oder Managementkreis von berufl ichen Dingen erzählen, legen Sie den Fokus
auf die Lösung, nicht darauf, wie schwer und eigentlich unmöglich alles sei. Sie inszenieren sich so als Problemlöser und nicht als Problemträger. Vermitteln Sie einen Eindruck der Leichtigkeit. Das setzt voraus, dass Sie an Ihrer Einstellung, Ihrem Wissen und Können und Ihrem Zeitmanagement arbeiten. Dann gehen Ihnen die Führungsaufgaben auch wirklich leichter von der Hand. Menschen, die Leichtigkeit und Freude vermitteln, sind sympathischer als jene, die immer Mühen und Qualen hervorheben und lamentieren. Und an die Positiven erinnert man sich einfach lieber. So wenig objektiv ist der Mensch nun mal, leider. Nutzen Sie es für sich.

„Befördert werden die, die ihren Job anscheinend mit Leichtigkeit machen, und nicht diejenigen, die am Leistungslimit angekommen sind.“

Den Chef zähmen: Es ist Ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Sie Ihr Arbeitsziel kennen. Vorgesetzte nennen dies nämlich häufi g nicht explizit. Betreiben Sie vor jedem Projekt eine saubere Auftragsklärung, um Überraschungen zu vermeiden. Wenn Sie Extraaufgaben mit kurzer Frist erhalten, sollten Sie das Aufgabenpaket in Arbeitsschritte, Einzelpakete und den benötigten Zeitbedarf zerteilen und dann erneut mit Ihrem Chef verhandeln. Treffen Sie vorher keine übereilten Pauschalzusagen. Wenn Ihr Chef gerne Entscheidungen herauszögert, machen Sie es ihm leichter: Erstellen Sie eine Entscheidungsmatrix, die Eckdaten, Vor- und Nachteile und vor allem Folgen bei Terminüberschreitung komprimiert auf einem Blatt darstellt. In der Regel erhalten Sie Ihre Entscheidung dann sehr schnell.

„Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, die Welt oder Ihr Vorgesetzter
seien irgendwie objektiv.“

Bei alldem gilt: Kleine, konstante Schritte führen zum Erfolg. Greifen Sie sich aus den vielen Anregungen nur drei heraus und setzen Sie diese in den nächsten Monaten tatsächlich um.


Über den Autor
Alexander Groth ist als Trainer und Coach auf das Thema „Führung im mittleren
Management“ spezialisiert. Er ist Lehrbeauftragter an der Fakultät für BWL der Universität
Mannheim.

ISBN-13: 978-3593385730

Teil 2/2 unter www.GAF-training.com vom 17.12.09 bis 31.12.09
Für die gesamte Zusammenfassung kontaktieren Sie bitte GAF.